Donnerstag, 18. April 2013

Zwei Wochen in einer anderen Welt

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Kinder und ich wollte auch schon immer welche haben. Ich wollte das aber planen und ich hätte gerne noch ein paar Jahre gewartet.

Einen Tag nachdem zwei Tests positiv waren, fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Meine Kopfschmerzen sind unerträglich. Ich befinde mich noch im Schockzustand und meine Gefühle sind schwer mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen. Eine Achterbahnfahrt ist nichts, verglichen mit dem was ich an Gefühlen erlebe.
Ich habe Angst. Angst vor der Schwangerschaft. Angst vor der Geburt. Angst davor der Verantwortung nicht gerecht werden zu können. Ich schaffe es kaum mit meinem Gehalt für mich selbst anständig zu sorgen. Geld wird lieber für Schuhe und dem neuesten MAC Lippenstift ausgegeben, als dass es gespart wird. Ich bin eigentlich ständig knapp bei Kasse. Wie soll ich da für zwei Sorgen?
Dann wiederum wird mir warm. Warm bei dem Gedanken, dass es in 9 Monaten einen dritten unter uns geben wird. Dieser jemand konnte und wollte wohl nicht länger warten. Mir wird warm wenn ich daran denke, dass ich sein Kind in mir trage. 

Als wir Abends im Bett liegen, immer noch erschöpft von der großen Nachricht, legt er seinen Kopf auf meinen Bauch und schließt die Augen. 

Mir ist warm und meine Gefühlsachterbahn macht führ heute Feierabend. 

Mittwoch, 17. April 2013

Zwei Striche und der Anfang einer Geschichte.....

......Ich bin nie zu spät. Ich lasse nie jemanden warten. Ich mag es nicht wenn mich andere warten lassen.
Diesmal bin ich zu spät. Da ich in zwei Tagen in einem Flieger sitzen werde, will ich Gewissheit. Es ist ja nur ein Test. Bestimmt ist er negativ, wie beim letzten Mal auch.
Er ist positiv. Ich brauche frische Luft und mir kommen die Tränen. Es schießen mir tausend Gedanken durch den Kopf und ich bekomme sofort Kopfschmerzen. Ich muss es ihm sofort sagen.

Noch nicht lange teilen wir alles, aber es fühlt sich mehr als nur "richtig" an. Richtig kitschig. Wie in einem Märchen, oder eben so wie es sein sollte. Zitternd stehe ich vor ihm und knalle es ihm ins Gesicht. Auf den Punkt kommen war schon immer meine Stärke. Es regnet. Wie immer eben.
"Ich bin schwanger."
Jetzt zittern wir beide. Arm in Arm. Es ist unser Märchen und es stand wohl so geschrieben. 

In neun Monaten bist du da. Märchen müssen aufgeschrieben werden. Deswegen wird hier alles dokumentiert. Um andere an unserer Geschichte teilhaben zu lassen.